Ponzi, Scam & Co. – Unterschiede und Erkennungsmerkmale

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Wer in die Welt des Online Marketings eintaucht, liest in sozialen Medien immer wieder folgende Begriffe: Scam – Ponzi – Schneeballsystem – Pyramidensystem.

Einige wissen, wovon hier die Rede ist, viele wissen, dass das alles nichts Positives ist. Es gibt aber auch viele Online Marketer, die zwar wissen, dass das etwas mit Betrug und „illegal“ zu tun hat, abgrenzen können es aber die Wenigsten.

Für alle, die es gerne genauer wissen möchten, habe ich einmal versucht, diese Begriffe gegeneinander abzugrenzen.

Schneeballsystem*

Als Schneeballsystem oder Pyramidensystem werden laut Wikipedia Geschäftsmodelle bezeichnet, die, um funktionieren zu können, eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigen. Der Effekt ist ähnlich wie ein den Hang herunter rollender und dabei stetig anwachsender Schneeball.

Wirkliche oder erwähnenswerte reale Gewinne entstehen dadurch nicht. Durch ständig neue Mitglieder, die im System generiert werden, werden durch den dadurch generierten Kapitalzuwachs Gewinne vorgetäuscht, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Wirkliche Produkte gibt es unter Umständen gar nicht oder sie sind überteuert. Hier liegt dann aufgrund der Gesetzgebung der meisten Länder ein Betrugsdelikt vor.

Laut Wikipedia sind Schneeballsysteme Spezialfälle von Konstrukten, welche auf ständiges Wachstum unter endliche Rahmenbedingungen angewiesen sind und daher in der Regel innerhalb weniger Jahre zusammenbrechen oder aber auffliegen.

In den meisten Ländern sind Schneeballsysteme inzwischen – zumindest teilweise – illegal.

*Quelle: Wikipedia

Ponzi-System*

Benannt ist das Ponzi-System nach dem 1882 in Italien geborenen und in die USA ausgewanderten Charles Ponzi, der damals mit „internationalen Antwortscheinen“ (die in den USA das Sechsfache vom Preis in Europa wert waren), ein riesiges, betrügerisches Geschäft aufbaute, das nur so lange funktionierte, solange immer neue Käufer dazukamen. 

Ponzi warb Kunden an, die Geld in diese Antwortscheine investierten. Ponzi versprach 50 % Rendite in 45 Tagen oder die Verdoppelung des angelegten Geldes in 90 Tagen. Weil das Geschäft so blendend lief – er zahlte, wenn jemand seinen Gewinn sehen wollte –, forderten die vertrauensseligen Kunden ihre Einkünfte nicht ein und ließen ihre „Gewinne“ wieder reinvestieren. Viele Menschen verpfändeten ihr Haus und ihre Habseligkeiten, um nach der Ponzi-Methode reich zu werden.

Diese Betrugsmasche des Charles Ponzi wurde in den USA unter dem Ausdruck Ponzi Scheme (Ponzi-Schema, Ponzi-Plan oder Ponzi-System) bekannt.

Schneeballsysteme und Ponzi-Systeme werden oft verwechselt, sind aber nur teilweise dasselbe. Als Gemeinsamkeit haben diese beiden Systeme vor allem, dass die Anzahl der Teilnehmer exponentiell steigen muss, um nicht zu kollabieren. Ausserdem werden bei beiden Systemen mit Beiträgen neuer Teilnehmer die angeforderten Gewinnausschüttungen der bestehenden Teilnehmer gedeckt.

Der Unterschied beider Systeme besteht aber darin, dass beim Ponzi-System der Urheber des System jedem Teilnehmer bekannt ist, die Quelle der Gewinnausschüttungen wird aber verschleiert. Beim Schneeballsystem ist es umgekehrt: Dort ist dem Teilnehmer die Quelle der Gewinnausschüttung bekannt, der wirkliche Urheber des Systems ist ihm aber unbekannt.

Bekanntes Beispiel für die Anwendung des Ponzi schemes in jüngerer Zeit ist das Investmentunternehmen von Bernard Madoff.

*Quelle: Wikipedia

Scam* (englisch für Vorschussbetrug)

Die Wortbedeutung von Scam ist auf Deutsch Betrug, Gaunerei, Beschiss oder Schwindel. Scam ist laut Wikipedia der englische Begriff für „Vorschussbetrug“ und ist die kriminologische Bezeichnung für eine Unterart des Betrugs in Deutschland und in Österreich. 

Die Empfänger werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu bewogen, an Schneeballsystemen teilzunehmen oder in Erwartung zugesagter Vermittlungsprovisionen gegenüber den Absendern (den Betrügern) finanziell in Vorleistung zu treten. Dem Opfer wird zunächst glaubhaft gemacht, ein enormes Vermögen verdienen zu können. Auf diese Gegenleistung des Geschäfts – Geld oder Waren – wartet der Vorschussleistende vergeblich, weil eine Gegenleistung von Anfang an nicht beabsichtigt war.

Im Englischen wird der Begriff Scam als Synonym für den Vorschussbetrug verwendet. Im Allgemeinen bezieht er sich auf eine Leistung, die im Voraus bezahlt aber dann nicht erbracht wird. Er hat sich in der Folge als Anglizismus für Vorschussbetrug auch im deutschen Sprachraum verbreitet.

*Quelle: Wikipedia

Nicht dauerhaft überlebensfähig

Alle beschriebene Systeme haben eines gemeinsam: Sie können nicht dauerhaft überleben. Es gibt Systeme, die zwei, drei oder vier Jahre überleben, wenn sie es schaffen, auf der ganzen Welt immer genügend neue Mitglieder zu akquirieren. Die meisten Systeme (vor allem Scam-Systeme) brechen aber oft schon nach wenigen Monaten zusammen, nicht zuletzt, weil die Betreiber sich mit dem Geld absetzen und die Mitglieder mit nett formulierten Erklärungen (technische Probleme im Backoffice oder sonstige Lügen) noch über lange Zeit hoffen lassen, dass es doch weiter geht.

Schneeball- und Ponzisysteme halten oft ein wenig länger durch, bis eben der Zuwachs von neuen Mitglieder nicht mehr ausreicht, die Provisionen und Auszahlungen von schon länger im System bestehenden Mitgliedern zu bedienen.

Oder aber, und das dauert meistens viel zu lange, schalten sich Finanzaufsichtsbehörden einzelner Staaten ein und machen dem Spuk per Gesetz ein Ende.

Woran kann man denn nun ein „illegales System“ erkennen?

Hier gibt es unterschiedliche Meinungen, die ich nicht alle teile. Manche argumentieren, dass ein seriöses Unternehmen ein Impressum haben sollte. Dies gilt sicherlich für in Deutschland oder einigen europäischen Ländern angesiedelte Unternehmen, da es hier eine Impressumpflicht gibt. Für viele andere, vor allem aussereuropäische Länder besteht eine solche Pflicht nicht, deshalb ist das Kriterium „Impressum“ für mich kein sicheres Indiz für ein illegales System.

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Beurteilung eines Systems ist die Höhe der Rendite und die Höhe der Provisionen. Grundsätzlich sollte man sich bewusst sein, dass übermässig hohe Renditen in Verbindung mit bis in die unendliche Tiefe bezahlte Provisionen nur sehr schwer zu erwirtschaften sind. Bei der Provisionshöhe kommt es allerdings auch auf die Branche an. Im Produkt-Network sind relativ hohe Provisionen eher glaubwürdig als in einem „Finanz- oder Krypto-Network. Hier sollte man versuchen, nicht aus reiner Gier alles zu glauben, was kommuniziert wird.

Wichtig ist meiner Meinung nach aber vor allem, dass ein Unternehmen eine grösstmögliche Transparenz aufweist. Transparenz in Bezug auf die Betreiber als auch in Bezug auf das Geschäftsmodell.

So zum Beispiel gibt es viele Online-Systeme, deren Inhaber man nicht einmal kennt oder aber die Inhaber sind nur vorgeschoben, also gekauft. Es gibt auch Betreiber von neu auf den Markt kommenden Systemen, die schon von früheren Aktivitäten als unseriös bekannt sind, allerdings können das unerfahrene Interessenten eher schlecht überprüfen.

Grundsätzlich ist es als positiv zu werten, wenn sich die Inhaber eines solchen Network-Unternehmens öffentlich zeigen und auch greifbar sind, eventuell auch bereit sind, mit normalen Mitgliedern direkt zu kommunizieren.

Weiterhin sollte das Unternehmen eventuell notwendige Lizenzen für die Ausübung seines Geschäfts besitzen. Dies kann durchaus schriftlich nachgefragt werden oder aber es wird auf den Seiten des Unternehmens veröffentlicht. Sollte ein Unternehmen hier nicht kommunikativ sein, und diese Auskünfte nicht geben, dann sollte man die Finger davon lassen.

Ergebnisse der laufenden Geschäftstätigkeit sollten regelmässig vom Unternehmen veröffentlicht werden. Allerdings heisst die Veröffentlichung von Wochen-, Monats- oder Jahresergebnissen nicht unbedingt, dass diese veröffentlichten Ergebnisse auch den Tatsachen entsprechen.

Auch die Tatsache, dass ein Unternehmen seinen Firmensitz im Ausland hat, bedeutet noch lange nicht, dass dieses Unternehmen unseriös ist. Das kann zum Beispiel auch steuerliche Gründe haben, oder aber ist die Bürokratie in dem betreffenden Land einfach wesentlich geringer, was dem Unternehmen die Arbeit erleichtert.

Bietet das Unternehmen als Zahlungsmöglichkeit ausser Banküberweisung, Kreditkarte und evtl. Bezahlung per Kryptowährung noch Bezahlung über andere Zahlungsprozessoren an? Je mehr die sogenannten Zahlungsprozessoren (wie z.B. AdvCash, Neteller und viele andere) bei der Bezahlung im Vordergrund stehen, desto kritischer sehe ich das Unternehmen. Dies ist aber nur meine persönliche Meinung.

Grundsätzlich kann man im Internet viele Erfahrungsberichte über Unternehmen recherchieren, die „Geld verdienen Online“ anbieten. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Viele Erfahrungsberichte werden von Menschen verfasst, die nur deshalb positiv berichten, weil sie selbst involviert sind und dadurch weitere Interessenten gewinnen wollen.

Genauso gibt es Internetseiten, die aus irgendwelchen Gründen über fast alle Unternehmen dieser Art negativ berichten, ohne stichhaltige Beweise für ihre negative Berichterstattung zu bieten. Hier sollte man sehr genau hinterfragen, wer die Verfasser sind und warum sie überhaupt berichten. Teilweise sind es Menschen, denen es langweilig ist und die frustriert sind, dass sie im Leben keinerlei Erfolge vorzuweisen haben. Oder aber es sind Seitenbetreiber, die mit der negativen Berichterstattung über gewisse Systeme irgendwelche andere Zwecke verfolgen, die mit den Systemen überhaupt nichts zu tun haben.

Schlussendlich ist es am Besten, beim Einstieg in ein solches Business einen vertrauenswürdigen, erfahrenen Menschen als Sponsor zu haben. Zum Beurteilen des zukünftigen Sponsors sollte man sich viel Zeit nehmen und viele Gespräche mit ihm führen. Einfach sich nur online bei irgend jemand zu registrieren birgt die Gefahr, dass man hinterher von diesem Sponsor enttäuscht wird.

Fazit: Es ist wichtig, sich gut zu informieren. Eine hundertprozentige Sicherheit für die Seriosität eines Unternehmens wird man wohl kaum bekommen, aber je besser die Vorbereitung und die Recherche ist, desto besser kann man mit seiner Entscheidung hinterher leben!

 

 

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